Erste Hilfe

Lebensrettende Ersthelfer-Tipps

 

In 44 Prozent aller Notfälle leisten Laien keine Erste Hilfe, weil ihnen das Wissen fehlt, meldet das Deutsche Rote Kreuz (DRK). Eine aktuelle Umfrage in Kooperation mit dem ADAC bestätigt dieses Defizit: Nur 33 Prozent der Autofahrer haben eine Ahnung, was im Notfall tatsächlich zu tun ist. Der Erste-Hilfe-Kurs liegt meist 15 und mehr Jahre zurück.

Viele Menschen glauben, im Notfall sind nur Sanitäter und Ärzte in der Pflicht. Das ist falsch und fatal zugleich. Gerade die ersten Minuten bis der Notarzt eintrifft, sind oft entscheidend. Jeder von uns ist deshalb nicht nur moralisch, sondern auch gesetzlich verpflichtet zu helfen. Der Gesetzgeber bestraft unterlassene Hilfeleistung mit Freiheitsstrafe oder Geldstrafe. Erst wenn Sie sich vergewissert haben, dass Ersthelfer zur Stelle sind und keine weitere Unterstützung benötigen, sind Sie aus der Pflicht entlassen.

§ 323c Strafgesetzbuch (StGB):

„Wer bei Unglücksfällen oder gemeiner Gefahr oder Not nicht Hilfe leistet, obwohl dies erforderlich und ihm den Umständen nach zuzumuten, insbesondere ohne erhebliche eigene Gefahr und ohne Verletzung anderer wichtiger Pflichten möglich ist, wird mit Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr oder mit Geldstrafe bestraft.“

Viele helfen nicht, weil sie Angst haben einen Fehler zu machen, doch „der größte Fehler ist nichts zu tun. Verletzte brauchen auch seelischen Zuspruch, Beruhigung und Informationen, was mit Ihnen geschieht“, so die Erfahrung von Christoph Müller. Er ist beim DRK zuständig für Ausbildung in Erster Hilfe. Wir haben deshalb die wichtigsten Ersthelfer –Tipps zusammengefasst.

Autounfall: Die acht wichtigsten Regeln für Ersthelfer

 

1. Anhalten, Helfen, Verletzte in Sicherheit bringen
Warnblinker an, in ausreichendem Abstand zum Unfallfahrzeug anhalten, Warnweste anlegen, Unfallort sichern (Warndreieck auf Landstraßen in 100 m, auf Autobahnen in 200 m Abstand) – erst dann begeben Sie sich zum Unfallort. Achten Sie dabei auf den nachfolgenden Verkehr, denn die eigene Sicherheit geht immer vor. Sofern vorhanden, gehen Sie hinter die Leitplanke. Bringen Sie die verletzten Personen aus der Gefahrenzone.

2. Feststellen der Bewusstlosigkeit
Reagiert der Betroffene nicht auf deutliche Ansprache und Körperkontakt (leichtes Schütteln der Schultern), ist er bewusstlos. Rufen Sie laut um Hilfe, damit Ihre Umgebung auf den Notfall aufmerksam wird und sie weitere Helfer unterstützen können.

3. Atemkontrolle
Überprüfen Sie nun, ob die Atmung noch vorhanden ist. Halten Sie Ihre eigene Wange an Mund oder Nase des Verletzten, beobachten Sie: Hebt und senkt sich der Brustkorb?

4. Stabile Seitenlage bei vorhandener Atmung
Atmet der Betroffene normal, bringen Sie ihn in die stabile Seitenlage. So ist sichergestellt, dass die Atemwege frei bleiben und der Betroffene nicht erstickt. Decken Sie den Betroffenen zu, kontrollieren Sie wiederholt Bewusstsein und Atmung.

5. Notruf 112
Wählen Sie die 112. Geben Sie durch, wo sich der Unfall ereignet hat und was passiert ist, wie viele Personen verletzt sind und welche Arten von Verletzungen zu erkennen sind, also ob Menschen beispielsweise bewusstlos sind. Warten Sie auf Rückfragen. Der Notruf wird immer von der Leitstelle beendet, so wird sichergestellt, dass alle Wichtige abgefragt werden konnte.

 

6. Herz-Lungen-Wiederbelebung bei nicht vorhandener Atmung
Atmet der Verletzte nicht mehr (normal), beginnen Sie sofort mit der Herzdruckmassage und Beatmung.



Zur Herzdruckmassage Hände in der Mitte des Brustkorbes übereinanderlegen und Brustbein ca. 100 – 120mal pro Minute etwa 5 cm senkrecht tief drücken – bis Rettungsdienst eintritt.

 

Nach 30 Herzdruckmassagen 2 Atemspenden im Wechsel geben - Mund zu Mund.

Wenn eine Atemspende nicht möglich ist, erfolgt ausschließlich die Herzdruckmassage.

7. Wunden versorgen
Tragen Sie im Umgang mit blutenden Wunden Einmalhandschuhe. Versorgen Sie Wunden mit einem Pflaster oder einer Mullkompresse. Bei stark blutenden Wunden drücken Sie die zuführenden Arterien ab, legen mit frischem Verbandszeug einen Druckverband an und lagern anschließend den Arm oder das Bein hoch, um die Blutung zu verringern.

8. Wärme spenden und Beistehen
Viele Unfallverletzte stehen unter Schock. Klare Anzeichen sind Blässe, starkes Zittern oder Schwitzen, Unruhe und Angst. Lagern Sie die Beine hoch, decken Sie den Verletzten zu, auch im Sommer. Leisten Sie Beistand, trösten Sie die Unfallbeteiligten, denn ein Notfall ist immer auch eine große psychische Belastung.

Tipp:

Auffrischungskurs

Melden Sie sich noch heute bei einer offiziellen Hilfsorganisation zu einem Kurs für lebensrettende Maßnahmen an. Empfohlen ist eine Auffrischung alle fünf Jahre. Beim DRK beispielsweise, kostet ein solcher Kurs nur 15 bis 25 Euro.
Lehrgänge in Ihrer Nähe finden Sie unter www.drk.de / www.malteser.de